Joggen mit Hund: Das solltest du beachten!

Laufen, Sport mit Hund keine Kommentare
Ausdauersport mit Hunds

Du planst, mit deinem Hund laufen zu gehen? Sicherlich gehen dir da erst einmal tausend Fragen durch den Kopf. Worauf sollte man beim Laufsport mit Hund achten und welche Rassen eignen sich überhaupt gut, um joggen zu gehen? Sind alle Jahreszeiten geeignet für Sport mit Hund und was kann man tun, um die Pfoten unseres besten Freundes zu schützen? All diese Fragen und vieles mehr beantworte ich dir in diesem Artikel:

▷Joggen mit Hund: Mit diesen 15 Tipps zum Erfolg im Lauftraining mit Hund

Bevor es mit dem Lauftraining mit Hund so richtig los gehen kann, gibt es tatsächlich einiges zu beachten. Denn wie beim Menschen auch, ist es ein längerer Prozess mit einer perfekten Balance zwischen Intensität des Trainings und Ruhephasen, um Verletzungen und Übertraining zu vermeiden.

Mein Labrador Cooper und ich sind ein eingespieltes Team auf der Laufstrecke. Als Marathon Läuferin habe ich viel Erfahrung rund um das Thema Lauftraining für Mensch & Hund.

Das richtige Alter abwarten

Wenn du dich fragst, ab wann du mit deinem Hund joggen kannst, ist abzuwarten, bis der Hund weitestgehend ausgewachsen ist. Mit Welpen und jungen Hunden Joggen zu gehen ist ein absolutes No-Go und kann langfristig Haltungsschäden und andere Verletzungen beim Tier verursachen.

Hier hängt es natürlich wieder von der Rasse des Hundes ab, da einige Hunde mit 24 Monaten noch nicht ausgewachsen sind. Ein Tierarzt kann da für mehr Aufklärung sorgen.

Coopers erster Tag als Läufer fand lange nach seinem ersten Geburtstag statt. Der Tierarzt hatte mir damals versichert, dass es nun sicher sei, mit ihm laufen zu gehen. Einen Gesundheitscheck beim Tierarzt empfehle ich daher auf jeden Fall.

Welche Hunde eignen sich zum Joggen?

Hier gibt es in der Tat große Unterschiede, welche mit dem Körperbau und auch der Atmung der Hunde zu tun haben. Sehr geeignete Laufpartner sind zum Beispiel Border Collie, Huskies, Labradore, Retriever, Beagle, Dalmatiner, Terrier, Schäferhunde und der Australian Shepherd. 

Weniger geeeignete Hunderassen für den Laufsport sind alle sehr kleinen Hunde, wie Bulldoge, Corgis, Boxer, Dackel und natürlich der Mops, der leider oftmals so schon Atembeschwerden hat. Der Laufsport würde dies noch verstärken.

Den Hund aufs Training vorbereiten

Auch wenn schnelles Laufen für Hunde erst einmal etwas relativ Natürliches ist, sollte der Vierbeiner lernen, ruhig neben, oder vor seinem Herrchen/Frauchen zu joggen. Ich sehe oft Hunde, die ihre Besitzer wild hinter sich herziehen. Dies ist für den Menschen nicht wirklich angenehm und kann dem Läufer auch sehr schnell den Spaß mit dem Hund joggen zu gehen verderben. Wie also bringe ich meinem Hund bei, bei Fuß an der Leine neben mir zu laufen?

Cooper war zum Glück ein Naturtalent. Allerdings habe ich, bevor ich wirklich das erste Mal mit ihm joggen gegangen bin, auf einer geraden Strecke einige Laufwiederholungen gemacht und ihn an der Leine, die wir sonst zum spazieren gehen nehmen, gehalten. Langfristig macht es natürlich Sinn, sich eine spezielle Joggingleine oder ein Jogging Geschirr speziell für das Laufen mit Hund anzuschaffen. Aber für den Anfang kann man erst einmal mit einer leichten, längeren Leine anfangen und so schauen, ob der Vierbeiner überhaupt Freude am Sport findet.

Cooper lernte schnell und blieb immer nah bei mir. Leckerli helfen an dieser Stelle aber auch immer. Während der ersten Übungen auf der Geraden hilft es, einfach immer wieder mit einem Keks belohnen, wenn dein Hund gut und ruhig an der Leine joggt. So assoziiert dein Liebling direkt, dass der neue Sport auch belohnt wird.

Ebenfalls macht es Sinn, den Befehl, der sonst benutzt wird, um „bei Fuß“ zu laufen, zu verwenden, um den Hund daran zu erinnern, dass er neben und nicht vorweg laufen soll, oder ein neues Kommando einzuführen, das der Hund dann mit dieser speziellen Situation verbindet. Mehr dazu aber später.

Joggen mit Hund: Ausrüstung

Wie beim Läufer der Schuh und die Laufbekleidung essentiell sind, braucht auch der Vierbeiner die richtige Joggingleine und die richtige Ausrüstung zum Joggen. Die Länge der Leine ist entscheidend und sollte nicht zu kurz sein, da so das Jogging mit Hund behindert kann.

Ich persönlich nutze ausschließlich eine Joggingleine, die ich mir mit einem Bauchgurt um die Hüfte binde. Diese Joggingleine, gerne eine zwei bis drei Meter lange, lockere Leine – mit Reflektoren und eventuellem Ruckdämpfer, hat viele Vorteile. Zum einen habe ich freie Hände und muss nichts festhalten, was mir das Laufen viel angenehmer bereitet und zum anderen hat Cooper auch mehr Freiheit, wo er entlanglaufen kann. Der Gürtel bietet meist auch eine Halterung für eine Trinkflasche, das Handy, Gassi-Beutel und vieles mehr.

Zudem bist du mit deinem Vierbeiner ideal verbunden, sodass ihr euch in der Form ideal aufeinander einstellen könnt. Du wirst überrascht sein, wie schnell dein Hund sich auf deinen Laufrhythmus einlässt. Das Laufgefühl ist großartig, was eure Bindung ebenfalls verstärkt.

Zu der Joggingleine empfehle ich ebenfalls ein Hundegeschirr mit Polsterung, welches das Genick schont. Mehr über die beste Joggingleine für Hunde kannst du dir hier anschauen.

Thema Gehorsamkeit

Wie schon Eingangs erwähnt, ist es wichtig, dass der Vierbeiner während der Laufeinheit gut auf Kommandos reagiert. Voraussetzung ist natürlich, dass gewisse Grundkommandos vorhanden sind und befolgt werden.

Cooper lernte schnell, dass wir nun anfangen zu laufen, indem ich ihm sagte „Let’s run“. Er sprintet dann nicht los, sondern weiß, dass wir uns zusammen auf unsere Geschwindigkeit einlassen und wir gemeinsam unterwegs sind. Ebenfalls lernte Cooper verschiedene Kommandos für Situationen, wenn er abrupt aus dem Lauf anhalten soll. Wenn er langsamer werden soll, sowie, wenn wir schneller joggen.

Diese Ansprechbarkeit des Hundes, sodass er Reizen wie zum Beispiel das Begrüßen seiner Artgenossen widerstehen kann, ist ebenfalls wichtig. Von der Joggingleine lasse ich meinen Hund übrigens nie.

Genug Trinken! Dies gilt auch für den Vierbeiner

Natürlich spielt auch das Wetter eine große Rolle beim Thema Laufen mit Hund. Es ist bekannt, dass Hunde aufgrund ihrer geringen Anzahl an Schweißdrüsen viel schlechter mit Hitze zurechtkommen, als wir Menschen. Minusgrade im einstelligen Bereich sind gar kein Problem. In den warmen Monaten sollte man ab 16°C darauf geachtet werden, dass man im Schatten läuft und bei langen Strecken Wasser dabei hat.

Hier gibt es wie für den Menschen auch, tragbare Flaschen, die sogar mit der Joggingleine kombiniert werden können.

Finde eine pfotenfreundliche Laufstrecke

Natürlich freuen sich die Pfoten des Vierbeiners über einen weichen Untergrund. Für uns Straßenläufer erst einmal das Gegenteil von dem, was wir gewohnt sind. Ich persönlich kann nicht sehr gut auf Wiese oder gar Sand laufen, allerdings sind dies die idealen Bedingungen für Jogging mit Hund.

Falls sich ein Waldstück in der Nähe befindet, dann ist das wahrscheinlich das perfekte Mittelmaß. Die Straße ist in der Tat, ähnlich wie für den Menschen auch, sehr ungesund für die Knochen und Gelenke. Ich werde oft gefragt, ob Schuhe für Hunde geeignet sind. Für das Thema Joggen mit Hund finde ich es persönlich störend für den Hund.

Oftmals sitzen die Schuhe nicht ideal, auch wenn sie die Pfoten schonen. Alternativ gibt es Balsam für die Pfoten, den man zur Pflege anwenden kann.

Die Intensität des Joggen mit Hund langsam steigern

Ähnlich wie beim Menschen auch, sollte das Lauftraining beim Hund langsam gesteigert werden. Eine Art Aufbau-und Gewöhnungstraining ist ideal, um das Laufen mit Hund am einfachsten zu starten. Hierbei empfiehlt sich ein Wechsel von 5 Minuten joggen und 5 Minuten gehen. 

Auch ein Hund muss seine Ausdauer langsam aufbauen. Starte daher mit kurzen Läufen und arbeitet euch gemeinsam langsam voran. Auch ein Hund bekommt übrigens Muskelkater und Joggen ist sehr anstrengend. Daher ist es wichtig, den Hund nicht zu überfordern. Bedenke auch Trinkpausen einzulegen.

Planst du nur ab und an mal mit dem Hund eine kurze Runde zu drehen, muss man es nicht so eng sehen. Wenn du aber wie ich, den Hund mehrmals in der Woche aktiv an deinem Lauftraining teilhaben lässt, ist es ungemein wichtig ihn langsam an die neue Belastung zu gewöhnen.

Ruhetage einhalten

Wir Läufer wissen, dass Ruhetage wichtig sind, um Fortschritte beim Lauftraining zu machen. Laufen mit Hund oder der Fortschritt beim Joggen mit Hund ist sehr ähnlich. Dein Hund braucht die Ruhephasen, um sich zu erholen, denn auch Hunde können Muskelkater vom Training bekommen. Der Körper deines Hundes adaptiert gerade in den Ruhezeiten und wird „stärker“ für die neue Belastung und macht so dann langfristig Fortschritte beim Jogging.

Am Anfang würde ich nach jeder Laufeinheit mit Hund 2 Ruhetage für den Vierbeiner einhalten und nicht mehr als 2 Einheiten pro Woche mit ihm machen. Ein erfahrener Hund im Lauftraining kann nach Monaten der Eingewöhnung in den Laufsport wesentlich öfter joggen, muss aber nach wie vor ausreichend Ruhephasen haben, um Übertraining und Verletzungen zu vermeiden.

Den sportlichen Vierbeiner richtig füttern

Marathon Läufer sind ja bekanntlich immer hungrig. Muss mein Hund nach dem Jogging nun auch mehr essen? Sollte dein Hund zwei bis dreimal in der Woche mit dir joggen gehen, so bedarf dies keiner Ernährungsumstellung. Der Proteingehalt sollte bei 21%-24% bleiben. Auch hier gilt es wieder, genau auf deinen Liebling zu achten. Ist der Appetit deutlich höher, oder ist gar ein Gewichtsverlust zu erkennen, sollte mehr gefüttert werden. Hier gibts mehr zum Thema Trockenfutter für Hunde.

Hydration ist an dieser Stelle noch einmal zu betonen, da nicht nur während des Joggings mit Hund, sondern auch nach dem Lauftraining mit Hund ausreichend Wasser für den Vierbeiner bereit gestellt werden sollte. 

Signale des Hundes richtig deuten lernen

Während eurer Laufrunde solltest du umso mehr auf deinen Vierbeiner achten. Atmet dein Hund schwer, hechelt stark, sind seine Lefzen extrem zurück gezogen, oder verweigert er weiter zu laufen, dann gönn ihm eine Pause. Cooper hatte am Anfang auch immer etwas Probleme mit dem Magen und musste immer nach circa 2 Kilometern sein Geschäft erledigen. Danach war dann aber alles in Ordnung und wir konnten weiter laufen. Diese Signale deuten zu lernen ist sehr wichtig. 

Wir halten auch immer zwischendurch an und ich gebe Cooper die Gelegenheit für eine Verschnaufpause und ein wenig Flüßigkeitszufuhr.

Der GPS Tracker für den Hund

Ich bin mit Cooper immer über vorsichtig und sagte ja bereits, dass ich ihn beim Jogging nie von der Leine lasse. Ich weiß aber von Freunden, die besonders im Wald, ihre Hunde von der Leine lassen. Vertraust du deinem Hund zu 100% und funktioniert das Rückruf Kommando einwandfrei? Einer meiner Freunde hat seinem Hund dennoch einen GPS Tracker für Hunde besorgt, welchen er insbesondere beim Jogging mit Hund nutzt.

Hier gibt es viele verschiedene Modelle, GPS Tracker für Hunde mit Sim Card sowie GPS Tracker für Hunde ohne Sim Card in verschiedenen Preisklassen. Dieses Gefühl von Sicherheit ist für mich unbezahlbar und gerade, wenn der Hund ohne Leine mit dir unterwegs ist, kann dies Lebensrettend sein.

▷ Was du sonst noch zum Thema Joggen mit Hund wissen solltest

Den Hund zum Laufen motivieren

Wenn du feststellst, dass dein Hund keine Lust aufs Joggen hat, gibt es ein paar Tricks den Hund zum Laufen zu motivieren. Wie ich Eingangs erwähnte, sollte in der Vorbereitung auf den Sport mit Hund eine positive Assoziation erfolgen. Nach jeder Einheit, selbst, wenn sie nur sehr kurz war, wird Cooper mit Leckerli und viel Lob belohnt.

Hunde verbinden dann so mit der Erfahrung (hier das Joggen mit Hund) etwas positives und merken sich, dass es danach eine Belohnung gibt. Sollte dein Hund während des Joggens schlapp machen (siehe Signale richtig deuten) und du bist dir sicher, dass dein Vierbeiner einfach nur keine Lust hast, helfen auch oft motivierende Worte und viel Lob. Ich persönlich wiederhole das immer wieder während des Ausdauersports mit Hund, um ihn bei Laune zu halten. Kekse während des Joggens sind nicht empfehlenswert, da sich dein Hund verschlucken könnte.

Wie beim Menschen auch, ist joggen nicht jederhunds Ding. Dies sollte man dann auch aktzeptieren. Besonders ältere Hunde sind irgendwann nur noch schwer vom Jogging zu begeistern. Alternativ ist vielleicht auch das Wandern mit Hund interessant.

Ist Joggen gut für Hunde?

Joggen mit Hund ist in vieler Hinsicht eine Bereicherung für Mensch und Tier.

  • Die Gemeinschaft zu deinem Vierbeiner wird gestärkt. Ihr unternehmt etwas, was deinem Hund (hoffentlich) sehr viel Spaß bereitet.
  • Der sportliche Aspekt ist auch nicht zu unterschätzen. Gerade bei Hunden, die im Haus Verhaltensprobleme zeigen, kann Ausdauersport Wunder wirken. Während der Vierbeiner oft unterfordert ist, sich langweilt und daher gerne Unsinn im Kopf hat, wenn er alleine ist, beschäftigt das Joggen mit Hund deinen besten Freund so sehr, dass sich diese Probleme, dadurch, dass der Hund nun mehr ausgelastet ist, von alleine lösen.
  • Gerade Hunderassen, die viel Aktivität erfordern, werden großen Spaß am Joggen mit Hund finden.

Warum ist der Hund ein guter Läufer?

Viele Hunde sind von Natur aus gute Läufer. Allerdings gilt das nicht für alle Hunderassen. Die Gründe, weshalb ein Hund ein guter Läufer ist, ziehen sich daher nur auf die Hunderassen, die Ausdauersport gut vertragen und lieben. Ein Mops ist zum Beispiel ein absolut schlechter Läufer.

Wir Menschen benötigen viel mehr Energie, um zu joggen. Während wir unsere langen Beine bewegen müssen, sind Hunde dafür mit einem längeren Unterschenkel und Mittelfuß ausgestattet, welche durch spezielle Hebelverhältnisse und dem Verhältnis zur ihrer Körpergröße eine große Schrittlänge. Hunde verfügen zudem über verschiedene Gangarten (Trap, Galopp usw), was sich ebenfalls positiv auf deren Energieverteilung während des Joggens auswirkt.

Laufen mit Hund Wettkampf

In der Tat gibt es Wettkämpfe für Hunde im Ausdauersport. Der sogenannte Canicross ist ein Geländelauf mit Hund. Fast wie bei der Joggingleine wird durch den Hund mehr Kraft auf den Läufer ausgewirkt, der so schnellere Geschwindigkeiten laufen kann. Das Fitnesslevel von Mensch und Tier ist beim Canicross sehr hoch und das Tempo wird über die lange Wettkampf-Distanz gehalten.

Das Laufen mit Hund im Wettkampf setzt voraus, dass der Hund bei guter Gesundheit ist und nach erfolgreichem und ehrgeizigem Training in der Lage ist, am Tag bis zu 60 km zu laufen. Spezielle Hunderassen, die sich für diesen Ausdauersport mit Hund eignen, gibt es nicht, das Grundprinzip ähnelt allerdings den bereits aufgeführten Hunderassen, die für das Joggen geeignet sind.

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