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8 einfache Tipps, um mit deinem Hund nachhaltig zu leben

Ich bemühe mich generell, ein nachhaltigeres Leben zu führen. Natürlich habe ich auch daran gedacht, als ich Kimi adoptiert habe und mich gefragt: Wie funktioniert ein ökologisch verantwortliches Leben mit einem Hund?

Angefangen bei den Grundlagen: Wenn mein Hund 2-4 Mal am Tag sein Geschäft verrichtet, kann ich seine Hinterlassenschaften auch aufsammeln, ohne die Welt mit Plastik zu überfluten?

In diesem Artikel geht es also um die Nachhaltigkeit beim Leben mit dem Hund und ich gebe dir einige nützliche Ideen, wie du den ökologischen Fußabdruck mit deinem Hund verringern kannst. Obwohl das bestimmt nicht alle Möglichkeiten sind und selbst ich nicht immer alles davon 100% umsetze (bzw. umsetzen kann), ist es wahrscheinlich wie immer: Man muss die richtige Balance finden, um das Leben mit dem Hund genießen zu können, aber gleichzeitig der sozialen Verantwortung gerecht zu werden. Ich hoffe, dieser Artikel wird auch dir helfen, deine Balance zu finden.

Meine Grundsätze: Nachhaltig, fair, ohne Tierversuche, regional

8 praktische Ideen zur Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks mit unserem Hund

1. Kann ein Hundekotbeutel biologisch abbaubar sein?

Eines meiner ersten Anliegen war, den Plastik-Verbrauch auch als Hundehalter so weit wie möglich zu reduzieren. Wir wohnen in einer Großstadt, wo der Hundekot  selbstverständlich aufgesammelt werden muss. Das heißt, im Prinzip fallen 3-5 Plastiktüten pro Tag pro Hund an.

Der gute Nachricht ist, dass die Lösung für dieses Problem viel einfacher ist, als ich am Anfang dachte: Zum Glück sind wir natürlich nicht die einzigen, die sich diese Gedanken machen und es gibt viele tolle Firmen, die sich auf nachhaltige Lösungen für Hundebesitzer spezialisiert haben. Das hier sind ein paar Alternativen zum Plastik-Kotbeutel:

  • Kompostierbare Hundekotbeutel: Diese Beutel sehen aus wie „normale“ Kotbeutel, sind aber 100% pflanzlich und deswegen auch kompostierbar. Hier müsst ihr darauf achten, dass sie wirklich 100% biologisch abbaubar sind. Es gibt nämlich leider auch viele Produkte auf dem Markt, die zwar als „kompostierbar“ vermarktet werden, aber doch aus Stärke und Kunststoff bestehen. Das macht die Produkte zwar günstiger, aber eben nicht 100% nachhaltig. Die Kotbeutel, die ich am häufigsten verwende, sind von The Sustainable People oder von Green Maker. 100% Kompostierbar, feuchtigkeitsbeständig, einfach online bestellbar und haben noch dazu ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
  • Hundekotbeutel aus Papier: Noch besser für die Abbaubarkeit ist Papier. Hier kommen nach und nach neue Alternativ wie PooPick, die Idee von einem Startup aus Braunschweig. Es besteht aus einer kleine Kartonbox, die es ermöglicht, den Kot zu sammeln, ohne ihn anfassen zu müssen. Das war vorher mit Papier-Beuteln immer etwas schwierig. Die Idee ist toll, aber auch etwas teurer als die oben genannten biologisch abbaubaren Beutel. Auf jeden Fall sind die Papier-Kotbeutel aber eine Option für alle Hundebesitzer, die so wenig Plastik wie möglich verwenden wollen.

Kompostierbare Hundekotbeutel

2. Upcycled Hundezubehör

Man kann Plastik nicht immer zu 100% vermeiden, aber man kann mindestens versuchen, so wenig neuen Abfall zu erzeugen wie möglich. Eine gute Möglichkeit dafür sind „Second Hand“- oder sogenannte „Upcycling“-Produkte. Upcycled Produkte sind neue Objekte, die durch Wiederverwendung oder Recycling von weggeworfenen Objekten hergestellt werden. Glücklicherweise entscheiden sich immer mehr Kleinunternehmer für diesen Weg, denn dadurch entstehen wirklich tolle und nachhaltige Produkte:

  • Ropes Upcycled: ist ein deutsches Kleinunternehmen, dass alte Kletterseile upcycled, um daraus wunderschöne Hundeleinen und Halsbänder zu machen.  Alles ist handgearbeitet und mit Liebe produziert. Auch der Hundespielball von Ropes Upcycled ist ein tolles Spielzeug für den Vierbeiner. Definitiv eine meiner Lieblings-Upcycling-Firmen in Deutschland.
  • Absurd Upcycled Neopren Halsbänder: Die Absurd Halsbänder aus upcycled Taucherneopren sehen nicht nur cool aus, sondern sind auch ein sehr bequemes Halsband. Darüber hinaus spendet Absurd 50 Cent pro Halsband für den Schutz der Ozeane.
  • Ready4fire: Dummies, Futterdummies und Beißwürste aus upcycled Feuerwehrschläuchen. Sehr robustes Material, optimal für größere Hunde. Pluspunkt: Alle Produkte sind mit witzigen Sprüche verziert.

3. Alternative für Plastik-Hundespielzeuge

Plastik ist nicht nur schädlich für die Umwelt, in großen Mengen kann es auch für unsere Hunde ungesund sein. Deswegen versuche ich immer mehr, Produkte zu finden, die eine Alternative zum typischen Plastik-Hundespielzeuge darstellen. Bis jetzt sind diese meine Lieblinge:

  • BecoBall und BecoBone: Ähnlich wie Kong-Spielzeug, jedoch frei von schädlichen Chemikalien. Wie bei den Kongs könnt ihr auch diese Spielzeuge mit Leckerlies befüllen und den Hund ziemlich lange damit beschäftigen. Außerdem sind die Beco-Produkte aus natürlichem Reisspelzenkautschuk hergestellt und frei von toxischen Inhaltsstoffen.
  • Hirschgeweih für Hunde: Wenn euer Hund unbedingt etwas kauen möchte, kann ich euch Hirschgeweihe empfehlen: Wir haben Kimi eins für den Zahnwechsel gekauft und es war unsere Rettung. Es splittert nicht wie Holzbeißer und beschäftigt das Tier echt lange. Auf jeden Fall ist das Material extrem hart, daher empfehle ich euch, den Hund im Auge zu behalten und zu prüfen, ob er das Hirschgeweih wirklich genießt und sich nicht ausversehen doch daran verletzt werden.
  • Moon Ball und Galaxy Disc von Hevea: Diese Spielzeuge sind aus Naturkautschuk gemacht, sehr robust und auch für größere Hunde geeignet. Der Galaxy Disc schwimmt sogar auf dem Wasser, ist also ein super plastikfreies Spielzeug für die Wasserratten unter unseren Hunden.

4. Kleine Unternehmen unterstützen

Das ist auch etwas, dass nach und nach immer mehr versuche: Kleine Unternehmen, im Idealfall sogar aus der gleichen Region, zu unterstützen. Ich finde, es gibt viele kleine Firmen, die super kreative Produkte herstellen und dabei auch faire Arbeitsbedingungen und hohe Qualität sicherstellen können. Leider finden wir diese Produkte selten in großen Einkaufszentren, aber heutzutage ist ja zum Glück alles ganz easy online erreichbar. Handgemacht und in Deutschland produziert, bedeutet nämlich auch automatisch einen viel niedrigeren ökologischen Fußabdruck. Hier sind ein paar kleine Hundezubehör-Hersteller aus Deutschland:

  • Wolfsgewand: Mega schöne Halstücher, Halsbänder und Marken für Hunde. Alles mit Liebe ausgedacht und handgefertigt.
  • Koerbi und Co.: Die Top-Produkte von Koerbi sind auf jeden Fall die schicken Korkhalsbänder. Diese Halsbänder und Leinen sind wasserfest und so robust wie Leder. Der Vorteil von Kork, dass es nicht nur vegan ist, sondern dadurch auch ökologisch nachhaltige Produkte sind.
  • Juna & Me Design: Tau- und Leder-Produkte. Tolle Halsbänder und Leinen für große und kleine Hunde.
  • Lilli & Bear: Farbenfröhliche Hundemode. Wenn du auf der Suche nach einer tollen Hundefliege bist, wirst du hier bestimmt fündig. Halsband-Leinen-Sets, Halstücher und Fliegen für deinen Fashionista-Hund.

5. Nachhaltig produzierte und Bio-Hundefutter und Leckerlies

Kimis Essen muss nicht unbedingt Bio sein, aber wir legen schon wert darauf, dass es so gesund und nachhaltig wie möglich ist. Wichtig für mich ist, dass Hundefutter und Leckerlies diese Bedingungen erfüllen: Rohstoffe aus artgerechter Tierhaltung, ohne Zusatzstoffe, ohne Tierversuche und dass es, soweit möglich, in Deutschland oder zumindest der EU produziert wird. Hier kommen meine Go-Tos für nachhaltiges Hundefutter:

  • Tales & Tails: Die absoluten Lieblings-Leckerlies von Kimi sind die Fisch Minis von Tales & Tales. In verschiedenen Geschmacksrichtungen sind die immer das Training-Highlight für ihn. Bei diesem kleinen Unternemen aus St. Michaelisdonn an der Nordsee werden alle Produkte  entweder in Island oder in Deutschland hergestellt, mit erneuerbarer Energie, ohne Tierversuche, mit Rohstoffen, die NICHT aus Massentierhaltung kommen und ohne Getreide. Für jede Tüte spendet Tales & Tails auch einen Teil des Erlöses an ein Tierschutzprojekt.
  • Napani: Das Familienunternehmen aus Bayern bietet Premium-Bio-Nassfutter für Hunde und verschiedene Zusätze für eine gesunde und nachhaltige Hundeernährung an. Regional hergestellt und in Zusammenarbeit mit einer Tierärztin gibt es von Napani naturnahes Futter mit ca. 1/3 reinem Fleisch, vielen pflanzlichen Proteinen und einem hohen Anteil an biologischen Erzeugnissen.
  • PetsDeli: Die Firma aus Berlin hat 2013 eine kleine Hundefutter-Revolution gestartet, mit dem Ziel, mehr Ehrlichkeit in die Tiernahrungsindustrie zu bringen. Heute wird hier Hundefutter hergestellt, bei dem die Rohstoffe ausschließlich von ausgewählten, zertifizierten Produzenten in der EU bezogen werden, die höchste Qualitäts- und Hygienestandards erfüllen. Wann immer möglich, greifen sie auch auf regionale Rohstoffe zurück, um lokale Produzenten zu unterstützen. PetsDeli hat neulich auch eine neue Linie entwickelt, die eine klimaneutrale Ernährung für den Hund verspricht: „Pets Deli Green„.
  • Lill’s Kausnacks: Wenn wir über nachhaltiges Hundeleben sprechen, müssen wir auf jeden Fall auch Lill’s Organic Dog Store nennen. Wir lieben ihre Kauartikel und feiern ziemlich doll, dass alles in Papier verpackt und verschickt wird. PS: Wenn ihr auch auf der Suche nach einem tollen Hunde-Bademantel seid, Lill’s hat die besten!

6. Barfen mit Zutaten auf der Region

Barfen ist momentan einer der größten Trends in der Hundernährung und wird oft als der nachhaltigste Weg zur Fütterung genannt. Das stimmt aber nur, wenn wir mit Bio- und/oder regionalen Produkten barfen. Das sollte aber kein großes Problem sein: Wenn ihr wisst, was ihr braucht, könnt ihr es beim Metzger oder Fischhändler eures Vertrauens bestellen.

Wenn ihr noch keine Erfahrung mit Barfen habt, empfehle ich euch, direkt ein Fachgeschäft in eurer Nähe aufzusuchen. Da werdet ihr bestimmt am besten beraten und mit Sicherheit gute Bio-Optionen für euch haben. Checkt unsere Dog’s Places App, um einen Shop in eurer Nähe zu finden.

7. Fahrrad statt Auto

Bei gutem Wetter versuchen wir, so wenig wie möglich mit dem Auto zu fahren. Leider ist mit dem Hund manchmal etwas schwer, eine alternative Fortbewegungs-Möglichkeit zu finden, wenn man für mittellange Strecken oder aufs Land nicht unbedingt mit Bus und Bahn fahren möchte. Wir fahren gern ans Meer oder in Waldgebiete in der Umgebung, und obwohl wir normalerweise mit dem Fahrrad fahren würden, ist das bei langen Strecken natürlich ungünstig für Kimi.

Nach vielem Suchen und Recherchieren haben wir ein paar interessante Lösungen gefunden, die es erlauben, weiter Fahrrad zu fahren, ohne, dass der Hund zu viel belastet wird:

  • Fahrradkorb (nur für kleine Hunde): Das ist zwar leider keine Option für einen Hund in Kimis Größe, aber wenn ihr einen kleinen Hund habt, ist ein Fahrradkorb bestimmt ein der einfachsten Lösungen. Es ist günstig und ihr habt den Hund immer im Blick.
    Es gibt aber zwei verschiedene Varianten: Wenn ihr euren Hund vorne tragen möchtet, ist dieser gepolsterte Fahrradkorb eine der beliebtesten Optionen. Denkt aber dran, dass ihr solltet euren Hund gut trainiert haben, damit er nicht während der Fahrt herausspringt.
    Es gibt auch Körbe, die auf dem Fahrrad-Gepäckträger befestigt werden. Die sind auf jeden Fall empfehlenswert, wenn euer Hund schwerer als 5-6 Kilo ist.
  • Reiserucksack: Noch eine tolle Option für kleine Hunde ist ein Reiserucksack. Das ist nicht nur praktisch zum Fahrrad fahren, sondern zum Beispiel auch für Wanderungen, wenn der Hund nicht so lange Strecken laufen kann. Für mittelgroße Hunde, gibt es auch Hunderucksäcke, die ähnlich wie Tagehalterungen für Babys aussehen. Auch das ist allerdings nur empfehlenswert für Hunde mit bis zu 16 Kilogramm Gewicht – denkt an euren Rücken! Tipp: Gewöhnt euren Hund am besten schon als Welpe daran!
  • Lastenfahrrad: So was wäre wohl die Traumlösung für viele Hundehalter. Es ist leider etwas zu teuer und braucht auch einen vernünftigen Unterstellplatz, den draußen möchte man sein Lastenrad eher ungern abstellen. Das steht definitiv auf unserer Wunschliste!
  • Fahrradanhänger für Hunde: Der einzige Lösung, die in unserem Fall wirklich in Frage kommt. Die Fahrrad-Hundeanhänger lassen sich am Fahrrad montieren und abmontieren und oft sogar auch zum Joggen umbauen. Sie sind eine super Alternative, wenn ihr eine flexible, vergleichsweise preisgünstige und bequeme Transportmöglichkeit sucht.

Ihr könnt natürlich euren Hund auch neben euch laufen lassen, wenn ihr kürzere Strecken fahrt oder sport mit eurem Hund machen wollt. Dafür empfehle ich euch aber auch, entsprechendes Zubehör zu verwenden, um Unfälle und Verletzungen zu vermeiden. Hier erfahrt ihr alles über Hundezubehör zum Fahrradfahren!

8. Do it yourself

Oben habe ich euch super viele coole Sachen empfohlen, die euer Leben als nachhaltiger Hundebesitzer viel einfacher machen können. Aber natürlich ist es immer noch am nachhaltigsten, nicht tausend neue Dinge zu kaufen, sondern sie selbst herzustellen oder zu basteln. Hier ein paar Tipps für Hundespielzeug und Hundefutter, die du (mit relativ wenig Aufwand) selbst machen kannst:

  • Eierkarton als Hundespielzeug: Dieser einfache Trick macht besonders Welpen viel Spaß. Man kann Leckerlis in der Eierkarton reinpacken und ihn dann dem Hund geben. So lernen die junge Hunde, Nase und Pfoten zu benutzen und müssen strategisch denken, um die Leckerlis zu erreichen. Zwei auf einen Streich!
  • Mach deine eigenen Leckerlis: Zu Hause Leckerlis zu machen, ist viel einfacher als man denkt und kann eine super Beschäftigung für Hobbybäcker sein. Es gibt 1.000 verschiedene Rezepte! Hier ein Beispiel – das für mich auch gleich das beste.
    Ihr braucht

    • 3/4 Tasse Vollkornmehl
    • 1/2 Tasse Haferflocken
    • 1/2 Dose Thunfisch oder Leberwurst

Alles gut mixen und 20 Minuten im Ofen 20 Minuten bei 180° C backen. So einfach und mit nur 3 Zutaten könnt ihr super leckere Hundekekse zu Hause machen. Wenn ihr es in Kekse formen wollt, könnt ihr sie selbst z.B. mit einer kleinen Plätzchen-Form ausstechen oder zurechtschneiden. Wenn ihr doch lieber kleine Leckerlis möchtet, könnt ihr auch eine Leckerli-Backmatte benutzen, die macht die Arbeit viel einfacher!

Wie schon am Anfang gesagt, ist es schwer, mit einem Hund 100% nachhaltig zu leben, aber wenn wir alle unser Bestes versuchen, können wir der Umwelt sicher etwas Gutes tun. Habt ihr mehr Tipps zur Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks mit Hund? Schreibt uns gerne einen Kommentar!

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