Hund im Sommer: alle wichtigen Infos & viele nützliche Tipps

Sommer & Winter keine Kommentare

Bereits im Frühjahr, wenn es die ersten schönen Tage gibt und die Temperaturen noch milde sind, macht es bereits viel mehr Spaß lange Spaziergänge mit dem Hund zu unternehmen. Doch wie ist es mit einem Hund im Sommer, wenn es deutlich wärmer wird?

Der Sommer ist für viele die schönste Jahreszeit, aber unseren Vierbeinern können die hohen Temperaturen während der sogenannten „Hundstage“ schon mal sehr zu schaffen machen.

„Als Hundstage werden umgangssprachlich in Europa die heißen Tage im Sommer, genauer in der Zeit vom 23. Juli bis zum 23. August, bezeichnet.“ Quelle: Wikipedia

Hund im Sommer

Für Frieda ist es am Strand am Schönsten und damit es ihr auch dort gut geht, haben wir immer einen Sonnenschirm für sie dabei. Aber diese Tage sind natürlich nicht die Regel in unserem Alltag und damit es unseren Hunden auch zu Hause bei hohen Temperaturen gut geht, können wir einiges tun. Alles Wichtige zum Thema „Hund im Sommer“, auf was ihr besonders acht geben solltet und viele Tipps, findet ihr in diesem Artikel


Die Themen im Überblick

● Können Hunde schwitzen?
● Hitzschlag beim Hund erkennen
● Hund nicht im Auto lassen
● Wichtig: Fellpflege im Sommer
● Wie kann ich meinen Hund abkühlen?
● Tipps für zu Hause
● Tipps für’s Gassi gehen
● Tipps für unterwegs
● Hundeeis und weitere kühle Leckereien


Können Hunde schwitzen?

Bevor wir zu den vielen Tipps kommen, ist es gut zu wissen, was bei hohen Temperaturen im Körper unserer Hunde so vorgeht. Da stellt sich gleich die Frage: Können Hunde überhaupt schwitzen? Im Gegensatz zu uns Menschen können Hunde nicht über die Haut schwitzen. Was jedoch nicht heißt, dass sie keine Schweißdrüsen haben. Allerdings befinden sich diese nur an den Pfoten und reichen auf der kleinen Fläche nicht aus, um den Körper entsprechend runter zu kühlen. Deshalb regulieren eure Vierbeiner ihre Körpertemperatur zum großen Teil über die Zunge, was sich durch Hecheln äußert.

Und das passiert beim Hecheln: die kalte Luft wird durch die Nase eingeatmet und die warme über die Schnauze aus. Der dadurch verdunstende Speichel auf der Zunge sorgt für Kühlung. Ihr müsst euch deshalb erstmal keine Sorgen machen, wenn euer Hund viel hechelt – übrigens bis zu hundertmal schneller als bei normaler Atmung. Dadurch kann er sich einfach besser abkühlen. Kritischer wird es, wenn das Hecheln sehr stark zunimmt und ein Hitzschlag droht.


Wie erkenne ich einen Hitzschlag bei meinem Hund?

Wenn dein Hund sehr hohen Temperaturen ausgesetzt ist und er durch das Hecheln nicht mehr genug Wärme abgeben kann, ist die Gefahr sehr groß, dass es zu einem Hitzschlag bei deinem Hund kommt. Die normale Körpertemperatur beim Hund liegt zwischen 37,5°C und 39°C – bei einem Hitzschlag steigt diese über 40°C und dein Hund bekommt enorme Kreislaufprobleme und droht auszutrocknen.

Das sind die ersten Anzeichen für eine Überhitzung:

  • sehr starkes Hecheln
  • dein Hund ist sehr unruhig
  • er versucht nervös einen kühlen Platz zu finden
  • seine Zunge hängt ungewöhnlich weit heraus
  • sein Hals ist langgestreckt

Kritisch wird es wenn:

  • die Atmung schneller und flacher wird
  • sein Herz rast
  • er anfängt zu taumeln
  • er sich erbricht oder Durchfall hat
  • er sehr starken Speichelfluss hat
  • die Schleimhäute hochrot sind
  • seine Körpertemperatur über 40°C ist

Spätestens jetzt ist höchste Alarmbereitschaft angesagt und ihr solltet umgehend einen Tierarzt aufsuchen. Für den Transport helfen kühle Tücher am Bauch – aber denkt daran, dass sie nicht eiskalt sind!

Damit es erst gar nicht so weit kommt, versucht ihr am Besten schon vorher es eurem Hund so erträglich wie möglich zu machen. Viele Tipps dafür findet ihr weiter unten.


Auf keinen Fall den Hund im Auto lassen

Noch ein Thema, was uns sehr am Herzen liegt bevor wir zu den vielen Tipps kommen: Hund bei Hitze im Auto lassen ist ein absolutes No-Go! Eigentlich ist es hinlänglich bekannt, dennoch liest man immer wieder von Fällen, in denen Hundebesitzer die Situation unterschätzen. Deshalb:

❗️Lasst eure Hunde bei sommerlichen Temperaturen nicht im Auto ❗️

Bereits im Frühjahr, wenn die Sonne scheint, heizt sich das Auto unglaublich schnell auf und auch bei leicht geöffnetem Fenster reicht die Luftzirkulation nicht aus. Schon bei 20°C in voller Sonne kann sich das Auto innerhalb einer Stunde auf fast 50°C aufheitzen.

Der Wissenschaftler Dr. Andrew Grundstein der University of Georgia hat die Hitzebildung im geschlossenen Auto untersucht und das sind die Ergebnisse:

Temperatur im Auto

Quelle: Dr. Andrew Grundstein, University of Georgia in: American Meteorological Society, 2010

30°C sind für Hunde bereits kritisch, da dann die Regulierung durch das Hecheln nicht mehr ausreicht und bei 40° C besteht akute Lebensgefahr! Damit es erst gar nicht zu so einer schlimmen Situation kommt, sollte euch euer Vierbeiner immer an der frischen Luft begleiten. Wenn dies nicht möglich ist, plant eure Erledigungen so ein, dass der Hund zu Hause bleiben kann.

Und noch eine Bitte: achtet auch auf geparkte Autos in eurer Umgebung. Wenn sich dort ein Hund befindet, wird er in seiner Not bellen oder auch heulen. Am besten sucht ihr euch einen Zeugen und versucht dem Hund zu helfen und idealerweise den Besitzer ausfindig zu machen. Wenn das nicht möglich ist, ruft bitte die Polizei oder Feuerwehr!


Wichtig: Fellpflege im Sommer

Egal ob kurzes oder langes Fell – oft wird gedacht, dass es Hunde mit dickem oder langen Fell im Sommer noch schwerer haben. Aber wie oben schon erwähnt, schwitzen Hunde nicht über die Haut und die Natur hat das clever eingerichtet und sorgt mit dem Fellwechsel im Frühjahr und Herbst für gutes Klima.

Was wir jedoch tun können, damit das Fell seine natürliche Funktion gut erfüllen kann, ist die Fellpflege. Regelmäßiges Bürsten um lose Unterwolle zu entfernen ist enorm wichtig – egal ob beim Fellwechsel im Frühjahr oder Herbst. So kann es nicht verfilzen und der natürliche Schutz-Mechanismus des Hundefells bleibt im Gleichgewicht.


Wie kann ich meinen Hund abkühlen?

Hund im Sommer

Wasser ist das Schönste für Frieda und wir versuchen bei unseren Gassirouten im Sommer meistens eine Strecke auszusuchen, auf der es eine Badestelle gibt. Aber auch schon zu Hause ist alles ein wenig anders im Sommer und Frieda sucht bei höheren Temperaturen nach kühleren Plätzen. Das zeigt sich zum Beispiel auch darin, dass sie lieber auf dem nackten Boden liegt, anstatt in ihrem Körbchen. Umso schöner ist es, wenn wir zusätzlich kühlere Ruheoasen für unsere Vierbeiner schaffen, denn sie wechseln in diesen Tagen öfter den Ruheplatz.

Was ihr außerdem noch alles tun könnt, damit es euren Hunden in der heißen Jahreszeit gut geht, findet ihr hier in unseren Tipps rund um euren Alltag:

▷ Tipps für zu Hause:

  • Ausreichend Wasser bereitstellen: Hunde sollten bei höheren Temperaturen viel Wasser zu sich nehmen. Am Besten an mehreren Stellen zu Hause frisches Wasser bereitstellen.
  • Kalte Liegeplätze: Hunde bevorzugen in diesen Tagen den nackten Fußboden (Stein- oder Fließenböden sind schön kühl). Wenn ihr Teppich zu Hause habt, könnt ihr zum Beispiel mit einer Kühlmatte für Hunde (Kühldecke) für Abkühlung sorgen. Auch ein kaltes Handtuch als Unterlage ist hilfreich. Wichtig: Auf keinen Fall ein nasses Handtuch über den Hund legen – dann entsteht Stauwärme!
  • kühlende Weste: ihr könnt auch eine Kühlweste für euren Hund nutzen. Das ist sicher nicht für jeden Hund etwas und man muss ihn unter Umständen erstmal daran gewöhnen.
  • Fell scheren oder bürsten: Wie oben schon erwähnt, ist es für den ein oder anderen sehr hilfreich, wenn er geschoren werden kann. Falls dies nicht möglich ist, öfter mal bürsten, damit das Fell besser durchlüftet und lose Unterwolle entfernt wird. Wir nutzen bei Frieda 1-2 in der Woche den FURminator zur Entfernung der Unterwolle und sind sehr zufrieden damit.
  • Ruhe gönnen: euer Hund wird bei warmen Temperaturen mehr schlafen und dösen. Gönnt ihm diese Ruhe.
  • Kleinere Mahlzeiten am Tag: versucht das Futter auf mehrere kleinere Mahlzeiten am Tag zu verteilen. Der Körper hat schon einiges mit der Hitze zu tun und wenn der Bauch zu voll ist, kann es schon mal sehr anstrengend für euren Hund werden.
  • Wasserschlauch: Ihr habt einen Garten und eurer Hund ist verrückt nach Wasser? Prima, dann nutze ihn zum Abkühlen und gönne deinem Hund einen Schauer für zwischendurch. Wenn dein Hund das nicht mag oder sogar Angst davor hat, dann kannst du seine Beine mit den Händen nass machen.
  • Hundepool: Ja es gibt auch Planschbecken für Hunde, die für jede Menge Abkühlung und Spaß sorgen. Und da es sie in verschiedenen Größen gibt, sind sie bestens für Garten und Balkon geeignet. Wir haben diesen faltbaren Hundepool getestet und unsere Frieda hat ihn für gut befunden.
  • Schatten: Sorge für ausreichend Schatten durch einen Sonnenschirm oder ein Sonnensegel.

❗️besser nicht:

  • Nasenarbeit: Wie oben schon erwähnt, ist die Nase gerade im Sommer und bei warmen Temperaturen mehr beschäftigt als üblich. Ein zusätzliches Suchen ist in dieser Zeit nochmal anstrengender und führt zum Anstieg der Körpertemperatur beim Hund, was er dann wieder übers Hecheln ausgleichen muss.

▷ Tipps für’s Gassi gehen:

  • kleinere Gassirunden früh oder spät: Wenn es sehr heiß ist, sind kürzere Gassirunden absolut ausreichend. Und diese am besten morgens sehr früh und am späteren Abend.
  • Schattenrunde: versucht eure Gassirouten so einzuplanen, dass ihr möglichst viel Schatten habt. Wer die Möglichkeit hat, geht am besten in den Wald – dort ist es auch bei großer Hitze sehr gut aushaltbar.
  • Gassirunde am Wasser: Wenn ihr auf euren Routen kleine Badestellen oder Bäche habt, umso besser. Die Wasserratten unter euren Hunden werden nicht lange warten und reinspringen. Wichtig: Denkt bitte daran genügend Pausen einzulegen, um den Hund nicht zu überanstrengen. Bei der ganze Freude über das kühle Nass, wird auch mal viel Wasser geschluckt, was in großen Mengen nicht gesund ist.

Übrigens findet ihr in unserer App Dog’s Places Badestellen und Hundestrände in eurer Nähe.

  • Für wasserscheue Vierbeiner: Beine und Bauch anfeuchten bevor ihr losgeht. Aber achtet darauf, dass das Wasser nicht eiskalt ist.
  • Asphalt vermeiden: Jeder kann sich vorstellen wie es sich anfühlt wenn man im Hochsommer barfuß auf dem Asphalt laufen würde. Euren Hunden tut es ebenfalls nicht gut. Auch wenn sie es gewohnt sind barfuß zu laufen, kann das im Sommer extrem schmerzhaft werden. Unser Tipp: lege deine Hand für ein paar Sekunden auf den Asphalt. Wenn es dir keine Schmerzen bereitet, ist es auch für den Hund in Ordnung.
  • Langsam gehen: Ein schneller Schritt fällt bei großer Hitze sogar uns Menschen schwer. Euer Hund wird es euch danken, wenn ihr es gemütlich angehen lässt.

❗️besser nicht:

  • Sport: Wir können nur davon abraten bei hohen Temperaturen Sport mit dem Hund zu machen. Durch die Überanstrengung bei Hitze kann auch der Hund einen Hitzschlag bekommen.

Wenn ihr generell mehr zum Thema „Sport mit Hund“ wissen möchtet, schaut in dem Artikel „Meine Tipps für Sport mit Hund“ von Sabrina vorbei. Dort gibt es alle Infos zu Hundesportarten, Ausrüstung für den Hund und Trainingstipps.


▷ Tipps für unterwegs:

  • Autofahren mit Sonnenschutz: achtet darauf, dass euer Hund auch im Auto vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt ist. Dafür gibt es Sonnenblenden, die man einfach und praktisch an der Scheibe befestigen kann.
  • Von unten kühlen: auch im Auto ist eine Kühlmatte für einen Hund oder ein feuchtes Tuch als Unterlage sehr hilfreich.
  • Ausreichend Wasser: achtet auch unterwegs darauf, dass ihr immer genug Wasser dabei habt. Zum Trinken eignet sich sehr gut ein faltbarer Hundenapf. Es gibt auch tolle Trinkflaschen mit integriertem Napf.

❗️auf keinen Fall:

  • Hund im Auto: Lasst eure Hunde bei sommerlichen Temperaturen niemals im Auto!

Habt ihr noch weitere Tipps für den Sommer? Dann schreibt uns gerne an feedback@dogsplaces.de oder hinterlässt einen Kommentar und diesem Artikel.


Hundeeis und weitere kühle Leckereien:

Hund im Sommer Hundeeis

Hunde lieben Eis, aber das leckere aus der Eisdiele ist natürlich nicht gut für unsere Hunde, weil zu viel Zucker enthalten ist. Aber ihr könnt zu Hause schnell und einfach das Hundeeis selber machen.

▷ Hier ein paar Ideen für Hundeeis:

  • Quark mit klein geschnittener Fleischwurst
  • Naturjoghurt mit Haferflocken, etwas Öl
  • körniger Frischkäse mit Leberwurst
  • Quark mit zerdrückter Banane, etwas Honig

Wenn ihr euch für eine Zusammenstellung entschieden habt, alles gut vermischen und  entweder einen Kong damit befüllen oder spezielle Eisformen. Die kleinen Portionen aus der Form könnt ihr eurem Hund zwischendurch zum Naschen und Abkühlen geben. Übrigens, wenn euer Hund Nassfutter bekommt, könnt ihr auch das im Kong einfrieren.

Unser Tipp: Die Eisschleckerei gebt ihr am besten auf dem Balkon oder im Garten. Ihr könnt euch sicher vorstellen, dass es beim Schmelzen eine kleine Sauerei geben kann. Und denkt daran, es ist nur eine kleine Abkühlung – was bedeutet kleine Portionen geben. Eine große Menge Eis kann tatsächlich zu einer Entzündung im Rachenbereich führen.

▷ Weitere kühle Leckereien:

  • Wurstwasser: das könnt ihr auch sehr gut in einer Silikon-Eisform einfrieren und eurem Hund portionsweise zum Schlecken geben.
  • Wassermelone: Frieda liebt Wassermelone. Entweder sie bekommt ein Stück ohne Schale aus der Hand oder wir pürieren etwas Wassermelone und frieren es ebenfalls in den tollen Eisformen ein.

Habt ihr noch weitere Tipps und Ideen für kühle Leckereien die ihr eurem Hund im Sommer gibt? Schreibt uns gerne an feedback@dogsplaces.de oder hinterlässt einen Kommentar und diesem Artikel.

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